„Wasser marsch“ bei Laienpielern

 

„Wasser  marsch“ bei Laienpielern

Bei der diesjährigen Aufführung des Stücks „Kein Auskommen mit dem Einkommen“  war Paula Sprott, gespielt von Regina Lichtl, eine wichtige Akteurin, aber für das Publikum unsichtbar.

Die herrische Person beschimpfte aus der oberen Etage, nämlich von einer Leiter hinter den Kulissen,  ihren gehorsamen Ehemann Friedrich.

Und als dieser dann alkoholisiert ein paar aufmüpfige Töne von sich gab, bekam er eine volle Schüssel Wasser übergeschüttet.

In echt, zum großen Vergnügen des Publikums! Besonders interessant, das besagter Friedrich von Holger Lichtl gespielt wurde, auch im „richtigen Leben“ Ehemann von Regina.

Es gab noch viel mehr zu lachen für das Publikum. So hatte das spielfreudige Ensemble die Vorstellung des neuen Pfarrers Markus Metzler sehr schön in das Stück eingebaut.

„Da steht ein schwarzer Mann mit Hund vor der Tür“ hieß es.

Kleinlaut wurde gestanden, dass man bisher zum Gottesdienst „nach Bensheim zum alten Pfarrer Catta gefahren sei“, was aber natürlich ab sofort ein Ende habe, nachdem der neue Pfarrer plus Hund ja auch recht sympathisch sei. Und Hubert Ecker versprach, sich um die kirchliche Theatergruppe zu kümmern, da er ja als besonders textsicher gelte.

Solche Selbstironie kam gut an, fiel Hubert Ecker in Gestalt des Rentners August Bodendiek doch die mit jeder Menge Text behaftete Hauptrolle zu.

Die Hilfe der Souffleuse (Marianne Birringer) nahm er zum Vergnügen des Publikums gelegentlich in Anspruch. 

Ansonsten spielte er seine Rolle als gewiefter Rentner, der ein Zimmer gleichzeitig doppelt vermietet, grandios und souverän.

Köstlich die gekonnte Mimik vom Regina Ley als Ida Bodensiek, die vom Ehemann August wahlweise als „Mama“ und „Oma“ gerufen wurde.

Ansprechend süß das Liebespaar Lisa Franzen (Petra Mertens) und Klaus Jäger (Stefan Simmer), die ohne ihr Wissen jeweils zu unterschiedlichen Zeiten als Untermieter im gleichen Zimmer  zu nächtigen hatten.

Deren Streit- und Versöhnungsszenen waren durchaus lebensecht, ebenso wie der Konflikt zwischen besagtem Klaus Jäger und Vater Helmut, gespielt von „Neuling“ Helmut Schlitz-Schapfel, der sich in die routinierte Theatertruppe gut einfügte.

Zu den Routiniers gehören auch Monika Widura, die die etwas distinguierte Mutter von Lisa perfekt darstellte, und Gertrud Hesping als streitbare Moralapostelin – durchaus in der Lage, mit ihrer lautstarken Stimme auch die letzte Reihe des Publikums zu erschrecken und mit einer  einzigen Armbewegung Rentner Bodendiek aufs Sofa zu schleudern.

Holger Lichtl, der offensichtlich alle gängigen Dialekte im deutschsprachigen Raum beherrscht und auch schauspielerisch immer ein Pluspunkt ist, hatte die Zuschauer am Anfang begrüßt und auf das bevorstehende 25jährige Jubiläum im nächsten Jahr hingewiesen.

Die liebevoll im Stil der fünfziger Jahre gestaltete Bühne entstand wie immer in Eigenregie der Gruppe, beteiligt Dr. Dirk Reinhard- Mertens (auch Technik), Hubert Quandt, Helmut Schlitz-Schapfel, Norbert Schmelzer, Jürgen Widura. Verantwortlich für die Küche war Änni Ecker, es halfen viele Helferinnen und Helfer aus der Pfarrgemeinde. 

Fazit: 6 ausverkaufte Vorstellungen (Erlöse für die Pfarrgemeinde und zwei soziale Projekte), begeisterte Zuschauer, voller Erfolg.